Automatisierungsgrad von gut 90 Prozent steigert bei Printec Solutions die Produktivität

Die Digital- und Großformatdruckerei Printec Solutions GmbH versteht sich, so Geschäftsführer Marcus Kalle, „als Problemlöser und Optimierer in der Printkommunikation“. Das Unternehmen befindet sich in Weselberg, auf halber Strecke zwischen Kaiserslautern und Pirmasens in der schönen Pfalz.

Printec Solutions tritt am Markt als „Komplett-Mediendienstleister“ auf. Die Geschäftsbereiche „Print-on-Demand“ und „Web-to-Print“ bilden die Schwerpunkte in der Produktion. „Print-on-demand“ meint hierbei die komplett personalisierte Printproduktion in Auflage 1.

Mehrheitlich werden Bücher als Hard- und Softcover sowie in Fadenheftung und Layflat-Bindung produziert. Weiterhin werden täglich Wandbilder in allen Ausprägungen auf verschiedensten Materialien wie AluDibond, Acrylglas oder Canvas gedruckt. Die Geschäftszweig adressiert den B2C-Markt – entweder mit eigenen Onlineportalen oder als verlängerte Werkbank für Drittanbieter.

Der Bereich „Web-to-Print“ bildet die Schnittstelle zwischen den Onlineportalen der Kunden und der Produktion. Die eigene Medien-IT-Abteilung programmiert und administriert dabei die Workflows und liefert so einfache digitale Beschaffungswege mit Produktionsanbindung aus einer Hand.

Das Unternehmen bietet seinerseits mit happyprinting.de ein eigenes Web-to-Print-Portal für die Bestellung verschiedenster Fotoprint-Produkte und Textilien sowie für Geschäftsausstattungen. Neue Portale sind bereits in der Planung.

„Dabei bieten wir Full Service von der Druckvorstufe mit Datenaufbereitung und Bildbearbeitung über den Druck und die Weiterverarbeitung bis hin zur Logistik“, umreißt Marcus Kalle die Tätigkeitsfelder der derzeit 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

500–1.200 Aufträge pro Tag – das geht nicht manuell

Im Digitaldruckbereich bearbeitet das Printec-Team durchschnittlich etwa 15.000 bis 20.000 Aufträge pro Monat. Dabei stechen, so Michael Schmid – verantwortlich für das Prozessmanagement – die klassischen „B2C-Peaks“, also Valentinstag, Ostern und die Vorweihnachtszeit besonders heraus. Das Ende der Urlaubszeit markiert eine weitere Auftragsspitze, wenn die Fotobücher mit den Reiseerinnerungen gedruckt werden.

Dazu Marcus Kalle: „Ein Auftrag kann natürlich auch mehrere Produkte umfassen. Erfahrungsgemäß sind es 2-3 Jobs je Auftrag. Und dabei sind wir meistens im Bereich von Auflage 1 unterwegs“.

Workflow-Spezialist André Kaufmann erläutert: „Das lässt sich einfach nicht mehr manuell bewältigen, da kann man nicht mehr jeden Auftrag einzeln anfassen. Uns war klar, dass wir unsere Workflows zum einen automatisieren, aber auch maximal beschleunigen mussten – das war purer Überlebenswille.“

Automatisierungsgrad von gut 90 Prozent

In Zusammenarbeit mit den Experten von Impressed hat Printec Solutions einen von der Auftragsannahme bis in die Weiterverarbeitung automatisierten Workflow entwickelt. Dabei kommen erprobte Lösungen von Impressed und seinen Partnern zum Einsatz.

Alle verbundenen Systeme und Maschinen berichten fortlaufend an den Impressed Workflow Server, der alle Informationen übersichtlich zusammenfasst und anzeigt.

André Kaufmann: „Gefühlt würde ich sagen, dass wir einen Automatisierungsgrad von gut 90 Prozent erreicht haben. Wenn die Daten fehlerfrei sind und keine Störungen auftreten, müssen wir gar nicht mehr eingreifen. Die meisten Aufträge sehen wir erst mit der Rechnung, die ebenfalls automatisch erstellt wird.“

Die Digitaldruck-Aufträge gehen fast ausschließlich über die Onlineschnittstellen eigener oder fremder Portale mit Hilfe der individualisierten Web-to-Print-Lösungen ein. Sie werden automatisch von dem ERP/MIS-System Obility übernommen und angelegt. Obility übergibt die Jobs dann an den Impressed Workflow Server (IWS), der auf der Automatisierungslösung Enfocus Switch aufsetzt.

Ein Dream-Team treibt alle Prozesse

Dieses „Dream-Team“ arbeitet reibungslos mit verschiedensten Systemen zusammen und steuert die gesamten Prozesse in der Druckvorstufe und -produktion sowie der Weiterverarbeitung. Dabei liefert IWS zu jedem Zeitpunkt den Überblick über den Ablauf und den Stand der Produktion – ein enormer Vorteil intern, aber auch im Kundenservice.

Erster Schritt ist die Prüfung der Druckdateien auf Fehler und deren Korrektur. Das ist Sache von Enfocus Pitstop, das automatisch nahezu jeden möglichen Fehler in PDF-Dateien erkennt. Diese können weitgehend automatisiert korrigiert oder bei Bedarf manuell behoben werden.

Effiziente und flexible Bogenmontage

Das Ausschießen übernimmt der Krause Imposition Manager, kurz KIM, gesteuert durch Switch. Mit Funktionen wie der dynamischen Generierung von Drucklayouts, der mächtigen Markenengine sowie der umfangreichen Unterstützung von Standards optimiert er die Bogenmontage.

Im Einsatz bei Printec Solutions sind auch die von Impressed entwickelten Imposition Tools – eine Sammlung von Scripten, über die komplexe Ausschießprozesse automatisiert gesteuert werden können.

Die Tools beinhalten eine Vielzahl beim Ausschießen typischer Logiken. So wird errechnet, wie viele Nutzen eines Falzbogens auf einen Druckbogen passen. Dabei werden die Druckränder sowie die optimale Kombination von Bleed, Trim, Überfalz und Fräsrand berücksichtigt. Auch die Bundverdrängung in Abhängigkeit etwa von der Grammatur des Papiers wird automatisch berechnet.

Die für die Berechnung erforderlichen Angaben werden einfach über vorgefertigte Excel-Tabellen eingegeben, die mit den Scripten interagieren. So kann schnell auf Änderungen reagiert werden – etwa, wenn sich Standardpapiergrößen bei bestimmten Papiersorten ändern oder Jobs wegen Maschinenausfall auf andere Maschinen umgeleitet werden müssen.

Sammelformen sparen Zeit und Material

In den Impressed Imposition Tools ist auch ein Script für die Erstellung von Sammelformen enthalten. Damit werden bei Printec die Aufträge je nach Format bis zu 24 Stunden gesammelt und dann in einem Rutsch ausgeschossen.

André Kaufmann: „Dabei können etwa Fotobücher mit unterschiedlichen Seitenzahlen kombiniert und auch Leerseiten hinzugefügt werden, sodass es immer volle Bögen gibt. Das ist natürlich in der Weiterverarbeitung – sie ist ja immer der Flaschenhals – eine sehr große Vereinfachung, weil es viel weniger Schneidevorgänge braucht.“

So geht optimale Zusammenarbeit

André Kaufmann hat sich mittlerweile gut in Enfocus Switch eingearbeitet und erledigt Anpassungen oft selbst. Ein Beispiel: Lange hat das Team noch mit gedruckten Auftragszetteln und -taschen gearbeitet, die dann zeitaufwändig zusortiert werden mussten. Jetzt wird der Auftragszettel automatisch erzeugt und als erste Seite ins Druck-PDF eingefügt.

Dazu André Kaufmann: „Ich habe das einfach selbst entwickelt. Und ich weiß ja: Wann immer ich nicht weiterkomme, dann ist mit Holger Verne von Impressed jemand da, den ich fragen kann. Wir kommunizieren im Tagesgeschäft über den Messaging-Dienst Slack, und da kommt immer schnell eine Antwort – das ist wunderbar.“

Fazit

Ohne die Automatisierung der Prozesse über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg hätte das Printec-Team die Flut der täglichen Aufträge manuell nicht bewältigen können. Die datengetriebenen Workflows auf Basis erprobter Applikationen und etablierter Standards laufen problemlos und bieten „Luft nach oben“ für das weitere Wachstum.

Über den Impressed Workflow Server

Der Impressed Workflow Server (IWS) dient dem Management des PDF-Workflows in der Druckproduktion. Er ermöglicht, zeitintensive und fehlerträchtige manuelle Prozessschritte zu standardisieren und zu automatisieren. So werden die Effizienz und die Sicherheit der Produktionsprozesse optimiert – der Durchsatz wird gesteigert, die Qualität von Dienstleistung und Produkt wird verbessert.

Eine zentrale Funktion des IWS ist die Verbindung von Systemen wie MIS-Lösungen oder auch Webshops mit den in der Druckindustrie gebräuchlichen Ausgabe-Workflows – er fungiert dabei als intelligente „Middleware“. Dank der Standardisierung der Daten ist es möglich, Auftragsinformationen mit Produktionsdaten zu verknüpfen. Damit wird gewährleistet, dass jede Pro­duktionsdatei den Auftragsvorgaben entsprechend im Workflow verarbeitet wird.

Es stehen derzeit unter anderem folgende Filter für den Import und Export von Daten zur Verfügung:

  • MIS: advanter, Keyline, Lector, Megalith, Obility, Omikai, Pace, PaginaNet, Prinance, Printplus, uTraxx und Duon-Portal.
  • PrintBroker: WIRmachenDRUCK, unitedprint, Saxoprint, CEWE
  • Digitaldrucksysteme: Canon, HP Indigo, Kodak, Konica Minolta, Océ, Xeikon, Xerox
  • Ausgabe: Prinect, Agfa Apogee, Kodak Prinergy, Xerox und Konica Minolta

Weitere Anbindungen werden folgen. Dank der offenen und flexiblen Architektur von IWS Pro können auch individuelle Import-Filter erstellt werden.

Weitere Informationen stehen unter https://impressed-workflow-server.de/ bereit.

Über Impressed:

Die Impressed GmbH ist seit 1992 Anbieter von Lösungen für die Bereiche Medienproduktion und digitale Druckvorstufe. Neben dem Vertrieb und der Pflege professioneller Softwareprodukte verschiedener namhafter Hersteller bietet Impressed eine ganze Reihe zusätzlicher Dienstleistungen an.

Seit über 33 Jahren hilft das Impressed-Team aus Druckern und IT-Experten seinen Kunden, ihre Prozesse und Produktionsabläufe zu standardisieren, zu automatisieren und somit effizienter zu gestalten. Wir unterstützen Druckereien, sich im herausfordernden Marktumfeld zu behaupten. Weitere Informationen sind unter https://www.impressed.de/ zu finden.

Anwenderbericht

Printec Solutions GmbH
Rudolf-Diesel-Straße 22
66919 Weselberg

Aufgabe

Im Digitaldruckbereich mit der hohen Zahl kleinauflagiger Aufträge mussten die Prozesse über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg dringend automatisiert werden.

Lösung

Eine ganzheitliche Softwareumgebung von der Auftragsannahme über die Druckvorstufe und -produktion bis in die Weiterverarbeitung sorgt für reibungslose datengetriebene Abläufe und höchste Produktivität.

Eingesetzte Produkte

Impressed Workflow Server (IWS)
Enfocus Switch
Enfocus PitStop
Krause Imposition Manager
Impressed Imposition Tools
Obility Web-to-Print

Das Printec Solutions-Team:
Michael Schmid, Andre Kaufmann, Marcus Kalle (von links)